Hellmut-Weese-Gedächtnisvorlesung

 

Freitag, 09.05.2014, Saal 2, 17.00 - 18.00 Uhr

"Den Antimaterie Galaxien auf der Spur – das Alpha Magnet Spektrometer auf der Internationalen Raumstation"

Vortrag: Prof. Dr. Stefan Schael

 

Prof. Dr. Stefan Schael

 

Der britische Physiker Paul Dirac sagte 1928 auf Grund von mathematischen Überlegungen die Existenz von Antimaterie vorher. 1933 gelang Carl David Anderson der erste Nachweis eines Antimaterie-Teilchens, dem Positron. Beide wurden für diese bahnbrechenden Entdeckungen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Heute können wir Antimaterie an Teilchenbeschleunigern erzeugen und dort die Eigenschaften von Antimaterie-Atomen genau vermessen. Völlig unklar hingegen ist bis heute, wie ein Universum, in dem Atome nur in Form von Materie vorzukommen scheinen, überhaupt entstehen konnte. 

 

Hellmut-­‐Weese-­‐Gedächtnisvorlesung

 

Das Alpha-Magnet-Spektrometer (AMS) ist eines der aufwändigsten und faszinierendsten Projekte der internationalen Grundlagenforschung. Mehr als 500 Wissenschaftler und Ingenieure aus der ganzen Welt waren 15 Jahre mit Bau und Entwicklung dieses fast 2 Milliarden Dollar teuren Messinstrumentes beschäftigt. Es wurde mit dem letzten Flug des Space Shuttels Endeavor im Mai 2011 auf der Internationalen Raumstation installiert. Die Aufgabe dieses außergewöhnlichen Messinstrumentes ist es, in den nächsten 20 Jahren die kosmische Höhenstrahlung mit einzigartiger Präzision zu vermessen, und nach Hinweisen auf Antimaterie zu suchen. Der Nachweis eines einzigen Anti-Kohlenstoff Atoms würde die Existenz von ganzen Galaxien aus Antimaterie beweisen und wäre eine wissenschaftliche Sensation, die unser Weltbild grundlegend verändern würde. In dieser Hellmut-Weese-Gedächtnisvorlesung  werden die ersten Ergebnisse von AMS im Kontext aktueller kosmologischer Beobachtungen diskutiert.